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No-Click-Suchen nehmen zu – was bedeutet das für SEO?

von Michael Feike
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Investierst Du auch viel Zeit in die Suchmaschinenoptimierung? Dann erwischt Dich diese Nachricht vielleicht eiskalt: Mehr als die Hälfte aller Suchanfragen landet nicht mehr auf externen Website. Doch wie kommt es dazu und was kannst Du als Websitebetreiber tun, um trotzdem Besucher auf Deine Website zu locken?

Die Suche im Internet verändert sich

Für eine Studie wurden mehr als 150 Milliarden Suchanfragen des ersten Quartals 2019 ausgewertet. Das ernüchternde Ergebnis: Etwa 50% aller Suchanfragen münden inzwischen nicht mehr auf einer externen Website, sondern bleiben als sogenannter „No-Click“ direkt bei Google hängen. Dabei enden bei mobiler Internetnutzung noch mehr Suchanfragen als No-Clicks. Auch der Digital Marketing Report für das zweite Quartal 2019 bestätigt den Trend, dass der organische Traffic über Suchmaschinen immer weniger wird – vor allem beim mobilen Surfen.

Was bedeutet No-Click-Suche genau?

Bei einer No-Click-Suche sieht der Nutzer die Antwort auf seine Frage direkt oben in einem Google-Suchergebnis bereits in der Ergebnisliste. Er erhält also eine Antwort, ohne auf irgendeinen Link in den SERPs geklickt zu haben.

Beispiele für No-Click-Suchen:

  • Suche wie in einer Datenbank: Hierzu gehören Info-Suchen wie Höhe von Gebäuden, Einwohnerzahlen von Städten, Suchanfragen nach Datum, Uhrzeit und Zeitzone, Währungsumrechnungen, Alter und Namen von Personen usw.
  • Suche wie im Wörterbuch oder Lexikon: Hierzu gehören Suchanfragen wie „Was ist ein Kakapo?“, „Definition Affiliate Marketing“ usw.
  • Suche nach Kartenrichtung: Hierzu gehören lokale Suchanfragen wie „in meiner Nähe“, „vegetarisches Restaurant“ usw.

Warum No-Click-Suchen zunehmen

Google will vor allem eins: Dem Nutzer das Suchergebnis bieten, das am besten zu seiner Suchanfrage und seiner Suchintention passt. Das heißt nicht, dass Google die Nutzer unbedingt zu externen Websites weiterleiten muss, denn Google ist ein profitorientiertes Unternehmen, das seine Kunden zufriedenstellen will. Und das sind die suchenden Nutzer und Unternehmen, die bezahlte Werbung bei Google schalten, nicht die Unternehmen, die nur auf die organische Suche setzen.

Je nach Suchanfrage reicht oft ein Blick auf die Featured Snippets, um die Frage der Nutzer zu beantworten – ob es um das aktuelle Wetter in Brandenburg oder die Einwohnerzahl von Berlin geht. En Klick auf den Wikipedia-Artikel oder die Seite des Online-Wetterdienstes ist dafür gar nicht mehr nötig.

Bei der Nutzung mobiler Endgeräte spielen für die noch extremeren Ergebnisse nicht nur der viel kleinere Bildschirm im Gegensatz zum Desktop-PC und die Ladegeschwindigkeit externer Websites eine Rolle. Gerade unterwegs ist eine schnelle Informationsbeschaffung besonders wichtig, weshalb es hier zu noch weniger Klicks auf externe Websites kommt.

Kurzum: Die neuen SERP-Elemente, wie Featured Snippets, Knowledge Graph oder Google Antwortboxen, sind als eine der Anpassung von Google an neue Suchverhalten und Einschränkungen bei der mobilen Nutzung zu sehen.

Was Du jetzt in Bezug auf SEO tun kannst

Der Trend zu No-Clicks wird sich nicht mehr umkehren, denn er spielt Googles Unternehmensziel in die Hände. Trotzdem ist das immer noch kein Grund zur Sorge, denn die Zahlen geben die No-Click-Häufigkeit in Prozent an. Und da die Suchanfragen stetig zunehmen, kommt auch immer noch genug Traffic über die organische Suche zustande. Grund zur Panik gibt es also nicht.

Trotzdem muss immer mehr daran gearbeitet werden, die Besucher auch zum Klicken auf die eigene Website zu animieren. Wertvollen Content mit Mehrwert für die Nutzer bereitzustellen, ist nach wie vor der wichtigste Punkt. Sich auf Featured Snippet zu fokussieren und die Inhalte ansprechend aufzubereiten, gewinnt weiter an Bedeutung. Immer häufiger sind in Featured Snippets beispielsweise übersichtliche Listen zu sehen, die in noch schnelleres Erfassen der Inhalte ermöglicht und trotzdem neugierig auf mehr machen können. Dass plötzlich gar keine Besucher mehr über die organische Suche auf Deine Website kommen, ist unwahrscheinlich. Aber es ist auch viel Engagement gefragt, um die Nutzer wirkungsvoll anzusprechen.

Tipp 1: Click-per-Search in den Blick nehmen

Click-per-Search (CPS) ist eine Methode zur Schätzung des Klickpotenzials eines Keywords. Während es bisher ausreichte, das Suchvolumen und die aktuellen Platzierungen zu berücksichtigen, wenn es um Keyword-Entscheidungen ging, wird der Click-per-Search (CPS) für die Keyword-Recherche immer wichtiger. Denn der CPS hilft dabei, die Ziel-Keywords mit dem höchsten potenziellen Traffic-ROI (Return on Investment) zu identifizieren.

Tipp 2: Webseiten für Featured Snippets optimieren

Inzwischen zeigt Google für über 10 % aller Suchanfragen Featured Snippets an. Dabei werden Snippets normalerweise von den Websites gewonnen, die auf Seite eins von Google ranken. Um hier Erfolg zu haben, muss also weiter daran gearbeitet werden, mit der eigenen Website möglichst weit vorne in den SERPs aufzutauchen.

Um mit Snippets zu ranken, müssen zunächst passende Zielseiten für Featured Snippets identifiziert werden. Dazu werden Keywords herausgesucht, für die Deine Website derzeit auf den Positionen 1 bis 10 rankt. Wenn Du dann noch herausfindest, für welche dieser Keywords bereits vorangestellte Snippets angezeigt werden, kannst Du Dich auf diese Schlüsselwörter fokussieren. Ranken einzelne Seiten schon mit einem Snippet, kannst Du diese Seite weiter optimieren. Ranken sie noch nicht mit einem Snippet, musst Du Deine Seite so optimieren, dass sie eine präzise Antwort auf eine Frage gibt, für die Du ranken willst. Anregungen für eine passende Frage findest Du in bestehenden Snippets anderer Seiten für das gleiche Keyword, unten auf der Google-Seite unter „Andere Suchanfragen zu …“, bei AnswerThePublic usw. Erstelle dann eine Überschrift mit den entsprechenden Keywords und einen Absatz zur Beantwortung der Suchanfrage – zusammen sollte die Antwort zwischen 54 und 58 Wörter haben.

Bei „Was ist …“-Fragen sollte die Antwort entsprechend am besten mit „X ist ein …“ beginnen. Der nachfolgende Text kann dann auf die eigene Website gemünzt sein.

Handelt es sich um eine Frage mit „versus“, „Vergleich“ oder „Unterschied“, eignen sich Tabellen und Listen am besten, um als Featured Snippet ausgewählt zu werden.

Fazit: Immer wieder vom Nutzer aus denken

Das Web verändert sich ständig und die Anforderungen an SEO ebenfalls. Derzeit ist ein Trend zu erkennen, dass immer weniger Klicks auf externe Websites erzielt werden und dass die No-Clicks zunehmen, indem die Nutzer die Antwort auf ihre Suchanfrage bereits in den SERPs lesen können, zum Beispiel in den vorangestellten Featured Snippets. Diese Entwicklung ist dem Umstand geschuldet, dass sich die Nutzer immer schnellere Antworten auf ihre Fragen wünschen, vor allem bei mobiler Internetnutzung. Um mit der Zeit zu gehen, heißt es auch weiterhin: aus der Sicht des Nutzers denken. Aus diesem Blickwinkel sollte Deine Website optimiert werden, um von Google für die Featured Snippets ausgewählt zu werden. Präzise Antworten auf spezielle Fragen werden auch weiterhin gefragt sein.

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