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Evergreen Content – Datumsangabe im Blog ?

von Michael Feike
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Evergreen Content: Sollte man auf eine Datumsangabe im Blog lieber verzichten?

Da die No-Click-Suchen bei Google zunehmen, wird die Suchmaschinenoptimierung noch mehr zur Herausforderung. Viele Unternehmen setzen deshalb bei SEO auf hochwertigen Evergreen Content. Dabei handelt es sich um Inhalte, die über lange Zeit interessant bleiben und in der organischen Suche bei wichtigen Keywords immer wieder ein paar der rarer werdenden Website-Klicks erhaschen, ohne dass ständig neue Inhalte produziert und veröffentlicht werden müssen. Doch wer sich mit dem Thema Evergreen Content näher beschäftigt, stellt sich meistens schnell die Frage: Sollten Evergreen-Artikel aus SEO-Sicht in einem Blog eine Datumsangabe haben? In diesem Artikel gehen wir der Frage mal nach.

Was ist Evergreen Content genau?

Der Begriff Evergreen Content, der übersetzt immergrüner Inhalt bedeutet, bezeichnet im Online Marketing Website-Inhalte, die zeitlos sind und für die Nutzer auch lange nach ihrer Veröffentlichung einen Mehrwert darstellen. Ein gutes Beispiel sind Ratgeber-Artikel zu zeitlosen Themen wie Hausbau oder Abnehmen.

Im Gegensatz zu News Content lockt Evergreen Content immer wieder Google-Nutzer auf die eigene Website und sorgt dabei immer wieder für neuen Traffic und neue Backlinks – und damit für ein besseres Ranking der Website bei Google. Anders als bei aktuellen Inhalten, die zeitlich festgelegt sind, musst Du Dir bei Evergreen Content die möglichen Fragen Deiner Zielgruppe genau vor Augen führen, und zwar fokussiert auf Fragen, die die Nutzer auch in einigen Jahren noch interessieren.

Unser Beispiel:

Ein Hersteller von Fitnessshakes kann mit Evergreen-Artikeln in seinem Blog rund Muskelaufbau und Trainingstipps immer wieder Fitnessbegeisterte auf sein Unternehmen aufmerksam machen, ohne ständig neue Artikel veröffentlichen zu müssen. Denn nach einer Anleitung für die korrekte Ausführung einer Kniebeuge wird auch in 5 Jahren noch gesucht, während ein Artikel über den Sieger eines Bodybuilding-Wettbewerbs bereits in 5 Monaten nicht mehr interessant ist.

Warum manche Blogger auf eine Datumsangabe verzichten

Immer häufiger stößt man im Internet auf Blogs oder Magazine, die ihre Artikel komplett ohne Zeit und Datum veröffentlichen. Das Ziel der Websitebetreiber liegt dabei auf der Hand: Liest ein Nutzer bei Aufruf eines älteren Artikels das längst vergangene Datum, könnte er den immer noch aktuellen Inhalt als veraltet ansehen und die Seite wieder verlassen, ohne den Artikel überhaupt zu lesen, wobei eine hohe Absprungrate dem Ranking schaden kann. Zudem werden aktuelle Beiträge eher kommentiert und verlinkt als ältere Artikel. Ist kein Datum zu sehen, empfindet der Nutzer den Inhalt in der Regel als aktueller.

Auch kann der Nutzer bei der Google-Suchergebnisliste über den Reiter „Tools“ den Zeitraum einstellen, aus dem die Suchergebnisse stammen sollen. Ältere Artikel können somit aus der Suche ausgeschlossen werden, was zu einer niedrigeren Klickrate und langfristig dadurch zu einem Rangabfall führen kann. Das würde aus SEO-Sicht eigentlich dafür sprechen, auf eine Datumsangabe in einem Blog zu verzichten, wenn die Inhalte des Blogs eher Evergreen-Themen enthalten als Aktuelles. Doch was sagt Google dazu?

Was Google zur Datumsangabe bei Artikeln sagt

Damit hochwertiger Evergreen Content als solcher erkannt wird, sprach sich John Müller von Google kürzlich für ein Erstellungsdatum bei Blogartikeln und Beiträgen aus: Auf die Frage, ob es besser sei, gar kein Datum zu veröffentlichen als ein altes Datum dort stehen zu haben, antwortet Müller übersetzt in seinem Twitter-Tweet: „Für mich ist es besser, das Datum zu kennen, um qualitativ hochwertige, immergrüne Inhalte besser erkennen zu können.“ Das Gleiche gilt laut Müller auch für Bewertungen von Marken und Produkten, auch hier sei ein Datum hilfreich für den Nutzer.

Aus Googles Sicht gilt anscheinend, dass es für den Nutzer bei einem Artikel ohne Datum nicht so leicht ist, die Aktualität der Inhalte zu bewerten, weshalb der Mehrwert des Artikels von Google vermutlich als nicht so hoch erachtet wird.

Nicht gerne gesehen sind bei Nutzern auch manipulierte Daten. Stammt der Artikel angeblich aus dem aktuellen Jahr und die Kommentare darunter sind jedoch 2 Jahre alt, ist die Manipulation schnell durchschaut, was wahrlich keinen guten Eindruck auf die Nutzer macht.

Evergreen-Artikel mit Update-Angabe als Kompromiss

Eine raffinierte Vorgehensweise ist, gut rankende Evergreen-Artikel hin und wieder ein Update zu verpassen (und sei es nur durch ein paar aktuelle Ergänzungen) – und das auf der Artikelseite am besten ganz am Anfang und für die Leser gut sichtbar zu erwähnen, während das alte Veröffentlichungsdatum extra für Google zusätzlich stehenbleibt. Denn so umgehst Du zumindest das Problem, dass der Nutzer aufgrund des älteren Veröffentlichungsdatums denken könnte, der Artikel sei nicht mehr aktuell. Zugleich zeigst Du damit, dass Du Dich um Deine Inhalte kümmerst und den Nutzer stets mit aktuellem Content versorgen willst.

Fazit: Datumsangabe im Blog? Es kommt drauf an!

Wer mit Evergreen Content bei Google gut ranken will, steht vor der Entscheidung, ob er seine Artikel mit oder ohne Datumsangabe veröffentlichen soll.

  • Kontra Zeitangabe: Gegen eine Zeitangabe spricht, dass ein Artikel mit älterem Datum von den Nutzern eventuell nicht als aktuell wahrgenommen wird, wodurch er seltener gefunden, gelesen, kommentiert und verlinkt wird.
  • Pro Zeitangabe: Für eine Zeitangabe spricht, dass dadurch qualitativ hochwertige Evergreens besser für Google zu identifizieren
  • Kompromiss: Ein Kompromiss ist, Evergreen-Artikel immer mal wieder ein Update zu verpassen und das aktuelle Update-Datum zu Beginn des Artikels zu erwähnen.

Allgemein kommt es bei der Frage „Datumsangabe im Blog – ja oder nein?“ darauf an, welches Ziel der Blog verfolgt, worum es inhaltlich geht, wie viele aktuelle Inhalte regelmäßig produziert werden und wie viel auf älteren Evergreen Content gesetzt wird. Während ein Kochrezept mit älterem Datum von Nutzern nie als „veraltet“ eingestuft werden würde, wird ein Ratgebertext mit Steuertipps nur dann für voll genommen, wenn klar ist, dass die Tipps noch aktuell sind. So bleibt die Datumsangabe eine individuelle Entscheidung.

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