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Gibt es eine optimale Wortanzahl fürs Ranking?

von Michael Feike
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Immer wieder taucht die Frage auf, ob die Wortanzahl eines Artikels Einfluss auf die Indexierung und auf das Google-Ranking hat. Dabei geistern im Web viele verschiedene Angaben herum, die von „mindestens 300 Wörter“ bis zu „mehr als 1.000 Wörter müssen es auf jeden Fall sein“ reichen. Doch stimmt das überhaupt?

Textlänge hat keinen Einfluss auf die Indexierung

Auf eine Anfrage eines Webmasters, warum seine Blog-Artikel trotz einer Länge von 3.000 bis 4.000 Wörtern und einer Veröffentlichung vor drei Wochen noch nicht indexiert seien, antwortete Johannes Müller, Senior Webmaster Trends Analyst bei Google, in einem Tweet ,dass die Wortanzahl für Google kein Kriterium für die Indexierung sei: „word count isn’t a criteria for indexing“.

Diese Aussage beweist, dass zumindest für die Indexierung die Wortanzahl keine Rolle spielt. Doch wie sieht es mit dem Zusammenhang zwischen Wortanzahl und Ranking aus?

Wortanzahl hat keinen direkten Einfluss aufs Ranking

Im Web gibt es einige Artikel dazu, dass laut Erfahrung verschiedener Blogger bzw. laut ihrer Statistiken ihre längeren Blog-Artikel besser ranken als kürzere. Dabei wird oft die magische Grenze von 1.000 Wörtern genannt. Bei Reddit erklärte Johannes Müller kürzlich jedoch, dass die Wortanzahl für Google kein Rankingfaktor sei und man sich die Mühe sparen solle: „Word count is not a ranking factor. Save yourself the trouble.“ Heißt das jetzt also, dass es gar keinen Zusammenhang zwischen Wortanzahl und Ranking gibt?

Indirekter Zusammenhang zwischen Wortanzahl und Ranking

Zu denken, dass man jetzt auch mit sehr knappen Texten bei Google punkten kann, ist zu kurz gedacht. Google geht es um den Nutzen einer Webseite für denjenigen, der eine Suchanfrage stellt. Und der Nutzen kann nicht alleine an der Textlänge abgelesen werden, sondern es geht um die Qualität der Inhalte. Indirekt hat die Wortanzahl demnach also doch etwas mit dem Ranking zu tun. Denn in einem langen Artikel kann man Themen natürlich ausführlicher beleuchten als in einem kurzen Artikel. Hat die Konkurrenz einen 2.000 Wörter langen Artikel zu einem Thema gepostet, wird man mit einem 200-Wörter-Artikel zum gleichen Thema bei Google kaum an der Konkurrenz vorbeiziehen können. Denn ein längerer Artikel bietet natürlich mehr Platz, das Thema ausführlicher zu behandeln.

Allerdings droht hier auch eine Falle. Nur um die Konkurrenz abzuhängen den eigenen Artikel mit nichtssagenden Sätzen oder Wörtern aufzublähen, kann schnell nach hinten losgehen. Denn Leser mögen es lieber, wichtige Informationen kompakt auf den Punkt zu bringen. Und da auch Absprungraten ein Rankingfaktor sind, sollte man sich inhaltloses Gelaber lieber sparen. Besser ist es, an der Qualität der eigenen Inhalte zu feilen und eventuell neuere oder ergänzende Aspekte zum Thema einzuarbeiten, um der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus zu sein.

Sind lange Texte qualitativ wertvoll, sind sie kürzeren Texten überlegen. Das heißt umgekehrt aber nicht, dass jeder lange Text automatisch besser gerankt wird.

Textlänge von Nutzererwartung abhängig

Google geht es beim Ranking der Websites darum, die Suchintention zu befriedigen und die Nutzererwartungen (User Intent) zu erfüllen. Dass ein Artikel zum Thema Hausbauplanung entsprechend umfangreicher ausfallen sollte als ein Artikel zum Thema „Wie hoch ist das höchste Gebäude in Berlin?“ liegt auf der Hand. Stelle Dir also stets die Frage: Was will der Nutzer (nicht) wissen, wenn er eine zu Deinem Keyword passende Suchanfrage eingibt?

Sollen zu einem Thema fachkundige Ratschläge erteilt werden, wird eine spezielle Zielgruppe angesprochen, die tiefgehende Informationen sucht. Hier wirst Du mit längeren, hochwertigen und gut recherchierten Texten gegenüber der Konkurrenz punkten, wenn die Infos umfassend sind und nicht künstlich aufgebläht werden.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Artikelarten, bei denen kürzere Texte sinnvoller sind, etwa bei Produktbeschreibungen, News-Artikeln oder Landing Pages, die den Nutzer schnell und übersichtlich informieren sollen.

Wichtig ist: Je länger ein Artikel ist, desto bedeutsamer ist eine übersichtliche Struktur mit Zwischenüberschiften und/oder Listen.

Fazit: Qualität und Relevanz wichtiger als Wortanzahl

Wie immer gilt: Der User Intent zählt. Und die Wortanzahl allein sagt über die Qualität eines Textes rein gar nichts aus. Frage Dich also immer: Will der Nutzer sich ausführlich informieren oder reicht ihm eine schnelle Info? Denn ist der Nutzer mit Deinen Inhalten zufrieden, wirkt sich das positiv aufs Ranking aus, etwa durch niedrige Absprungraten und eine längere Verweildauer. Sage alles, was es zu dem Thema zu sagen gibt, aber sage nicht mehr, als es Wichtiges zu dem Thema zu sagen gibt. Dann kannst Du das Thema Wortanzahl getrost vergessen.

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