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Ist Content-Recycling eine gute SEO-Strategie?

von Michael Feike
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Dass Content die wichtigste Ressource im SEO-Bereich ist und immer mehr an Bedeutung zunimmt, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Denn das Thema Content-Marketing ist in aller Munde und immer mehr Unternehmen versuchen sich selbst darin zu übertreffen, immer schneller neuen Content zu produzieren – der dann umso schneller in den Tiefen des Corporate Blogs wieder verschwindet. Immer wieder neue hochwertige Inhalte zu schaffen, die den Nutzer tatsächlich ansprechen, kostet Zeit und Geld. Da kann man schon mal auf die Idee kommen, alte Artikel, die inhaltlich für die Zielgruppe immer noch interessant sind, zu „recyceln“ und einfach mit neuem Datum ein zweites Mal zu veröffentlichen. Doch ist dieser schnelle Weg wirklich eine gute SEO-Strategie? Oder gibt es Alternativen, alten Content sinnvoll wiederzuverwerten? Wir verraten Dir, wie Du mit dem richtigen Content-Recycling viel Zeit und Geld sparen können.

Alter Content als neues SEO-Zugpferd?

Google setzt immer mehr auf die Nutzererfahrung. So werden die Google-Algorithmen ständig weiterentwickelt, um die Inhalte einer Website immer besser aus Nutzersicht bewerten zu können und die Ergebnisse in den Suchlisten entsprechend anzuzeigen. Was sucht der Nutzer? Welche Inhalte befriedigen am besten sein Suchinteresse? Welche Artikel zum Thema sind besonders passend – und vor allem aktuell?

Die Fragen zeigen: Bei den Inhalten kommt es Google auf den Mehrwert für den Nutzer an. Dabei ist Text für Google leichter zu bewerten als Bilder oder Videos. Gute Texte mit den richtigen Keywords bilden deshalb die Basis von SEO. Neben einer ansprechenden Umsetzung mit fesselnden Überschriften und auflockernden Zwischenüberschriften, Absätzen und Aufzählungen gehören auch aktuelle Inhalte und eine zielgruppengerechte Schreibe dazu. Ein guter Text, der die Leser und die Google-Crawler gleichermaßen anspricht, ist also nicht so einfach mal schnell aus dem Hut zu zaubern. Verführerisch ist da die Idee, dem Leser ältere Artikel noch mal als „neu“ zu präsentieren. Doch was bringt Dir das wirklich?

Alter Content, der lediglich unter neuem Datum veröffentlicht wird, bringt Dir bei Google für SEO gar nichts. Denn aus Lesersicht spricht nichts dafür, alte Inhalte immer wieder als neu präsentiert zu bekommen. Im Gegenteil: Laut Google wirft diese Praxis ein schlechtes Licht auf die Autorität des Autors und Deine Website. Denn Deine Leser haben Respekt verdient.

Content-Recycling – aber richtig!

Alten Content mit neuem Datum zu veröffentlichen, ist also eher als Etikettenschwindel zu bewerten und nicht als Recycling im Sinne von Wiederaufbereitung. Anders sieht es aus, wenn die Inhalte beim Content-Recycling tatsächlich aktualisiert werden, um dann einen neuen Text oder auch einen anderen Content zu einem alten, aber immer noch aktuellen Thema zu veröffentlichen. Dabei können bei einer Content-Aktualisierung etwa neue Studienergebnisse, Gesetze, Fristen und Zahlen präsentiert oder Daten und/oder Fakten auf den neusten Stand gebracht werden. Auch aktuelle Links können eingefügt werden etc. Leser lieben es, wenn sie merken, aktuell informiert zu sein. Deshalb ist es wichtig, den aktualisierten Artikel auch als solchen zu kennzeichnen, wenn er als Neuveröffentlichung aber trotzdem mit den alten Kommentaren erscheinen soll. Du kannst den aktualisierten Artikel aber auch als ganz neuen Artikel neu einstellen, wenn die Überarbeitung ausreichend umfangreich war und nicht die Gefahr von Dublicate Content besteht. Wird ein Artikel komplett umgeschrieben und dann neu veröffentlicht, muss der alte Artikel auch nicht gelöscht werden. Stattdessen kannst Du sogar ein interner Link einbauen, der vom alten Content auf den neuen Artikel verweist. Und da eine gute interne Verlinkung ein weiterer Baustein der Suchmaschinenoptimierung ist, zahlt sich diese Vorgehensweise gleich doppelt für Dich aus.

Wichtig dabei:

Vor allem Artikel, die in der Vergangenheit extra viele Backlinks, Shares oder Kommentare generiert haben, überdurchschnittlich viele Leser angelockt oder über einen längeren Zeitraum immer wieder Besucher auf die Website gebracht haben, eignen sich für ein Upgrade. Denn genau diese Themen sind es, die Deine Leser besonders interessieren.

Content-Recycling bietet sich aber auch dann an, wenn ein alter Artikel vielleicht nicht die Resonanz gefunden hat, die Du Dir gewünscht hättest. Durch eine gezielte Überarbeitung des Textes – zum Beispiel durch veränderte Wortwahl, auflockernde Listen, attraktivere Überschriften, ergänzende Textabschnitte, neue Informationen etc. – kannst Du versuchen, die Verweildauer, die Backlinks oder die Kommentare zu erhöhen.

Fasst man den Begriff Content-Recycling weiter, gehören neben der Aktualisierung, Ergänzung und Überarbeitung auch noch andere Kniffe dazu, die durch Wiederverwertung alter Inhalte Zeit und Geld sparen und dem Leser trotzdem einen Mehrwert bieten. Nachfolgend sind einige Ideen aufgelistet:

 

  • Kurzusammenfassungen des Artikels – sogenannte Summary-Posts – oder interessante Ausschnitte können in Social-Media-Kanälen mit einem Link auf den kompletten Artikel veröffentlicht werden, um neue Leser auf den Artikel aufmerksam zu machen.
  • Die Inhalte mehrerer Artikel, die thematisch gut zusammenpassen, können aufbereitet und zu einem Whitepaper oder einem E-Book zusammengefasst werden.
  • Der Content, der zuvor nur als Text aufgetaucht ist, kann als Podcast eingesprochen oder als Video für YouTube verfilmt werden.

Fazit

Älteren Content einfach mit einem neuen Datum zu versehen und als neuen Content zu veröffentlichen, ist weder aus Leser- noch aus SEO-Sicht eine gute Idee, denn es handelt sich dabei um Etikettenschwindel. Das heißt aber nicht, dass Du alte Themen nicht erneut aufgreifen kannst, um bei der Produktion von neuen Inhalten Zeit und Geld zu sparen.

Um Content-Recycling sinnvoll zu gestalten, kannst Du …

  • bestehende Artikel aktualisieren oder überarbeiten und dann neu veröffentlichen (z. B. Artikel mit neuen Daten und Fakten ergänzen).
  • bestehende Inhalte in neue Formate überführen und für andere Kanäle aufbereiten (z. B. aus einem Blogartikel einen Podcastbeitrag machen).
  • bestehende Einzelartikel zu einem größeren Format zusammenführen (z. B. mehrere Blogartikel zu einem E-Book zusammenstellen).
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