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Corporate Blog – ja oder nein?

von Michael Feike
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Als Unternehmen im Web sichtbar zu werden und auch zu bleiben, wird aufgrund der stetig wachsenden Konkurrenz immer mehr zur Herausforderung. Viele Unternehmen setzen deshalb auf Content Marketing, indem sie spannende Inhalte in einem Corporate Blog veröffentlichen. Was einen Corporate Blog genau ausmacht, warum solch ein Firmenblog sinnvoll ist, welche Vor- und Nachteile das Corporate Blogging hat, wie Du den Blog am besten startest und welche Stolperfalle Du unbedingt vermeiden solltest, verrät Dir dieser umfassende Artikel.

Was genau ist ein Corporate Blog?

Ein Corporate Blog ist ein Blog, das von einem Unternehmen betrieben wird, um bestimmte Marketing-Ziele zu erreichen. Während ein Magazin informativ und sachlich gestaltet ist, sind bei einem Corporate Blog eine subjektive Sichtweise in den Berichten und ein Einblick ins Unternehmen durchaus erwünscht, um in eine persönliche Kommunikation mit den (potenziellen) Kunden einzutreten. Trotzdem stehen wertvolle Informationen auch bei einem Corporate Blog an oberster Stelle, um sich als Experte zu positionieren.

Warum die Zielgruppe so wichtig ist

Wer einen Corporate Blog startet, möchte in der Regel zunächst mehr Besucher für die eigene Website gewinnen. Denn je mehr Besucher die Website hat, desto bekannter wird das Unternehmen und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand etwas bei dem Unternehmen kauft oder in Auftrag gibt. Um möglichst viel Traffic zu bekommen, musst Du die richtigen Keywords in Deine Blogposts einbauen. Dabei ist es wichtig, die eigene Zielgruppe genau zu kennen, um sie mit Deinen Blogartikeln gezielt auf Dein Unternehmen aufmerksam zu machen. Welche Themen interessieren Deine Zielgruppe? Für welche Probleme kannst Du ihnen Lösungen anbieten? Denn wichtiger als einfach nur möglichst viel Traffic auf Deinem Corporate Blog ist qualifizierter Traffic, also Websitebesucher, die tatsächlich an Deinem Unternehmensangebot interessiert sein könnten und mit denen Du Leads generieren kannst. Denn mal ehrlich: Was nützen Dir Tausende Blogbesucher, die Deine Artikel lesen, aber letztendlich nicht das tun, was Du gerne von ihnen möchtest, wie Deine Produkte kaufen, eine Dienstleistung in Auftrag geben, Deinen Newsletter abonnieren oder Ähnliches? Je genauer die Blogtexte auf Deine potenziellen Kunden zugeschnitten sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du durch den Traffic auch Leads generierst und Deinen Unternehmenserfolg vorantreibst.

Vor- und Nachteile von Corporate Blogging

Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du einen Corporate Blog starten solltest, kannst Du die nachfolgenden Vor- und Nachteile miteinander abwägen:

Vorteile eines Corporate Blogs

  • Ein Unternehmensblog gehört zu den Owned Media und Du hast die komplette Kontrolle über die Inhalte.
  • Bei einem Corporate Blog kannst Du mit den Besuchern über die Kommentare kommunizieren.
  • Ein Firmenblog lebt von persönlichen Geschichten und Dein Unternehmen zeigt dadurch Gesicht.
  • Mithilfe eines Corporate Blogs kannst Du Dich als Experte zu einem bestimmten Thema am Markt positionieren.
  • Ein Corporate Blog bietet die Möglichkeit, Dein Unternehmensimage aufzupolieren und Deine Markenbekanntheit zu steigern.
  • Mit einem Unternehmensblog kannst Du sowohl Neukunden gewinnen als auch die Bestandskundenbindung fördern.
  • Die Inhalte des Corporate Blogs kannst Du über die eigenen Social-Media-Kanäle gut verbreiten.

Nachteile eines Corporate Blogs

  • Ein Corporate Blog muss regelmäßig mit neuen Inhalten gefüllt werden, was viel Zeit (oder Geld für Externe) kostet und eine gute Ressourcenplanung erfordert.
  • Auch die Kommunikation und Interaktion mit den Besuchern eines Firmenblogs und die Weiterverbreitung der Inhalte über Social Media kostet Zeit.
  • Die Blogartikel eines Corporate Blogs müssen eine hohe Qualität aufweisen und den Besuchern einen echten Mehrwert bieten.

Wie Du ein Corporate Blog am besten startest

Vor allem angesichts der Nachteile des Corporate Bloggings, nämlich die vielen Ressourcen, die dafür gebraucht werden, solltest Du Dir genau überlegen, ob Du Dich an dieses Projekt heranwagst. Denn nichts ist unschöner als ein verwaister Blog, in dem die aktuellsten Artikel mehrere Monate oder gar Jahre alt sind oder die Artikel an der Zielgruppe völlig vorbeigehen. Die nachfolgende Checkliste kann Dir bei der Blogplanung helfen.

Checkliste vor dem Blog-Start:

  • Wie oft soll gebloggt werden?
  • Wer soll die Artikel schreiben und einstellen?
  • Wer soll sich um die Kundenkommunikation im Blog kümmern?
  • Gibt es im Unternehmen genug Ressourcen, um den Blog regelmäßig zu befüllen?
  • Soll das Corporate Blogging von Externen übernommen werden?
  • Wer kümmert sich um den Redaktionsplan?
  • Welche Ziele willst Du mit Deinem Corporate Blog erreichen?
  • Welche Zielgruppe möchtest Du im Blog ansprechen?
  • Welche Themen sind für diese Zielgruppe interessant?
  • Für welche Probleme kannst Du ihnen Lösungen anbieten?
  • Gibt es genug Themen, die ausreichend Mehrwert für die Zielgruppe bieten?
  • Fallen Dir auf Anhieb mindestens 50 mögliche Themen für den Blog ein?
  • Über welche Social-Media-Kanäle kannst Du die Blogposts verbreiten?
  • Welche Kennzahlen sollen zur Erfolgskontrolle herangezogen werden?

Hast Du für alle diese Fragen eine passende Antwort gefunden und Du bist immer noch von der Idee begeistert, einen Corporate Blog zu starten, dann kannst Du beruhigt loslegen.

Stolperfalle Linktiefe und wie Du sie vermeidest

Laut einer zwar nicht repräsentativen, aber dennoch interessanten Studie von Perficient Digital war die Linktiefe von 100 untersuchten Blogs meistens größer als fünf. Das bedeutet, dass es mehr als fünf Klicks braucht, um zu dem Artikel zu gelangen. Genauso wie der Blogbesucher lange braucht, um den Artikel zu finden, wird der Content dadurch auch von den Suchmaschinen schlechter gefunden, was das Rankingpotenzial des Corporate Blogs deutlich schmälert. Das Problem liegt im klassischen Aufbau eines Blogs begründet, wobei die Artikel in chronologischer Reihenfolge angeordnet sind. Ältere Artikel sind für die Websitebesucher nur übers Weiterblättern, über die Suchfunktion oder über Kategorien zu finden – für die Suchmaschinen hingegen kaum. Das ist schade, weil Du gerade in einem Corporate Blog mit zeitlosem Evergreen Content auch über lange Zeit noch Besucher generieren könntest. Um auch die Suchmaschinen auf wichtige Evergreen-Artikel im Corporate Blog aufmerksam zu machen, ist deshalb eine gute interne Verlinkung zu empfehlen. Dabei werden thematisch passende Artikel miteinander verlinkt, sodass die Suchmaschinen den gesamten Blog leichter crawlen und auch die Leser passende Themen schneller finden können.

Darauf musst Du bei Deinem Corporate Blog achten

Um Deinem Corporate Blog langfristig zum Erfolg zu verhelfen, musst Du auf verschiedene Aspekte achten:

  • Regelmäßig neue Inhalte mit Mehrwert veröffentlichen, um die Leser zu binden
  • Gründliche Recherche betreiben, um Deine Expertise herauszustellen
  • Sprachstil und Anrede wählen, die zum Unternehmen und zur Zielgruppe passen
  • Keine Fachsprache nutzen, um die Leser nicht abzuschrecken
  • Politische und religiöse Ansichten vermeiden, um das eigene Image zu schützen
  • Nicht persönlich werden, um niemandem vor den Kopf zu stoßen
  • Auf korrekte Rechtschreibung achten, um dem Unternehmensimage nicht zu schaden
  • Bloggestaltung an Corporate Identity anpassen, um Wiedererkennungswert zu haben
  • Gut lesbare Schriftarten wählen, um es den Lesern leichter zu machen
  • Texte gut strukturieren, um die Inhalte lesefreundlich zu gestalten
  • Bildrechte, Urheberrechte und Markenrechte prüfen, bevor etwas veröffentlicht wird
  • Persönlichkeitsrechte beachten, sowohl in den Artikeln als auch in den Kommentaren
  • Auf Kommentare der Leser reagieren, um Vertrauen aufzubauen

Fazit: Kostet Ressourcen, gewinnt Kunden

Ein Unternehmensblog ist ein ideales Instrument fürs Content Marketing, um unter eigener Kontrolle dem Unternehmen ein Gesicht zu geben, die Sichtbarkeit des Unternehmens im Web zu erhöhen, mehr Aufmerksamkeit von potenziellen Kunden zu erhalten und das Image, die Markenbekanntheit und die Kundenbindung zu fördern. Um diese Ziele zu erreichen, muss ein Corporate Blog allerdings regelmäßig mit hochwertigen, gut recherchierten Artikeln gefüllt werden, die mit ihren Inhalten, ihrer Sprache und Struktur genau die Zielgruppe ansprechen. Das erfordert die Bereitstellung ausreichender Ressourcen, um den Corporate Blog langfristig zum Erfolg zu führen.

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