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Shop-Blogging: Braucht ein Onlineshop einen Blog?

von Michael Feike

Dass Content Marketing für SEO immer wichtiger wird, ist unbestritten. Dabei gelten Unternehmensblogs allgemein als gute Möglichkeit, wertvollen Content für die potenziellen Kunden bereitzustellen und Google mit neuen crawlbaren Inhalten zu füttern. Aber ist das auch für Onlineshops nötig? Welche Vorteile hat ein Blog, wo man doch genug Keywords schon in den Katgorietexten und Produktbeschreibungen unterbringen kann?

Warum ein Blog auch für einen Onlineshop sinnvoll ist

Onlineshops haben vielfältige Möglichkeiten, ihre Internetpräsenz für Suchmaschinen zu optimieren. So kannst Du als Shopbetreiber neben technischen SEO-Maßnahmen zum Beispiel ausführliche Kategorietexte mit den wichtigsten Keywords erstellen oder die Produktbeschreibungen für Google optimieren. Dabei übersehen viele Onlineshops das große zusätzliche Potenzial, das ihnen ein shopeigener Corporate Blog bieten kann.

Denn durch einen Corporate Blog kann ein Onlineshop verschiedene Ziele erreichen, die auch aus SEO-Sicht sehr wichtig sind:

  • Es werden regelmäßig relevante und aktuelle Inhalte veröffentlicht, sodass die Google-Algorithmen die Website als aktuell einstufen.
  • Mit Blogbeiträgen lässt sich eine gute interne Verlinkung aufbauen, um die Besucher auf der Website zu halten und die Verweildauer als Rankingfaktor zu erhöhen.
  • Gute Blogartikel sorgen für viele externe Backlinks, die ebenso einen positiven Einfluss aufs Ranking haben.
  • Durch Blog-Abonnenten bindest Du wiederkehrende Besucher.
  • Mit Blogartikeln kannst Du direkt zu einem Kauf motivieren.
  • Mit einem guten Blog positioniert sich Dein Shop als Marke.

Damit ein Blog für einen Onlineshop im Sinne des Content Marketings gewinnbringend eingesetzt werden kann, bedarf es einiges an Aufmerksamkeit. Denn wer eine langfristige Kundenbindung erreichen will, darf seine Blogleser nicht mit billigem Content abspeisen. Hier sind Engagement und Ausdauer gefragt. Nicht umsonst haben vor allem diejenigen Blogs Zulauf, in die der Blogger viel Herzblut steckt.

In vier Schritten zum erfolgreichen Shop-Blogging

Hast Du Dich entschlossen, einen Blog für Deinen Onlineshop aufzubauen, solltest Du in folgenden Schritten vorgehen:

  1. Genaue Zielgruppe bestimmen
    Um Deinen Blog zum Erfolg zu führen, musst Du zunächst die Zielgruppe Deines Shops bestimmten. Denn genau diese potenziellen Kunden sind auch die Zielgruppe Deines Blogs. Hast Du eine Vorstellung, welche Blogleser Du mit Deinem Onlineshop-Blog ansprechen willst, überlege Dir die Themen, die für die Zielgruppe relevant sein können. Jeder Artikel in deinem Blog für Deinen Onlineshop muss sowohl zur Zielgruppe als auch zu Deinem Produktportfolio passen und hier eine unauffällige Brücke schlagen. Auch über die Sprache des Blogs solltest Du Dir Gedanken machen. Denn je nach Zielgruppe kann ein „Hallo Leute“ genau richtig sein oder eine Zumutung für Deine Zielgruppe. Je nach Altersgruppe deines Zielpublikums kann es auch wichtig sein, den Blog mit Videos aufzupeppen und die Artikel auch über Social Media zu verbreiten.
  2. Sinnvolle Kategorien anlegen
    Damit sich die Besucher in Deinem Blog zurechtfinden, solltest Du die Blogartikel in Kategorien aufteilen. Für einen Onlineshop eignen sich zum Beispiel Kategorien wie Unternehmen, Neuheiten, Sale, Tipp und Tricks, Anwendungsbeispiele usw. Dabei können je nach Produktpalette auch noch ganz andere Kategorien dazukommen. So kann eine kleine Kaffeerösterei in ihrem Blog zum Beispiel die Kategorie Herkunftsländer oder Röstverfahren haben, während ein Blog eines Mode-Onlineshops die Kategorien Pflegehinweise und Materialien auswählen kann.
  3. Abwechslungsreiche Inhalte veröffentlichen
    In Deinem Blog nur einzelne Produkte vorzustellen oder Sales anzukündigen, ist auf Dauer zu langweilig. Sei deshalb kreativ, wie Du Deine potenziellen Kunden auf Deine Produkte aufmerksam machst und ihnen zusätzlich einen Mehrwert bietest – ob unterhaltend oder informative. Zeige beispielsweise alternative Anwendungsmöglichkeiten für Deine Produkte, greife Kundenfragen aus dem Kundenservice auf, lasse die Kunden hinter Deine Kulissen blicken usw. Bedenke auch, dass nicht unbedingt Deine Kunden über Deinen Blog stolpern müssen, sondern andere Nutzer werden vielleicht über Deinen Blog erst auf den Shop aufmerksam.
  4. Mit den Lesern interagieren
    Hast Du es tatsächlich geschafft, dass Kunden auf deine Blogposts mit einem Kommentar reagieren, dann greife die Kommentare unbedingt auf. Nutze Fragen aus den Kommentaren für weitere Blogartikel oder antworte bei Beschwerden direkt auf die Kommentare. Nichts ist schlimmer, als solche Kommentare einfach zu ignorieren. Wenn Du am Ende Deiner Blogartikel dazu aufforderst, sich zu einem bestimmten Thema zu äußern, schaffst Du einen Dialog und stärkst die Kundenbeziehungen.

Die richtigen Themen für Dein Corporate Shop-Blogging

Wenn Du nicht nur schnellen Traffic für Deinen Shop-Blog generieren willst, der wahrscheinlich nicht sehr häufig zu direktem Umsatz führt, sondern mit Deinem Blog langfristig Interesse wecken willst, musst Du Deinen Blog wie ein wertiges Kundenmagazin ansehen. Apotheken oder Drogerien machen es vor: Hier bekommst Du Kundenmagazine, die aktuelle Themen aufgreifen und genau zur Zielgruppe passen. Produkte direkt beworben werden hier selten, aber es werden Tipps gegeben und Informationen bereitgestellt, die zum eigenen Sortiment passen. Je nach Produktportfolio bieten sich fürs Shop-Blogging verschiedene Themenbereiche an. Nachfolgend findest Du ein paar fiktive Beispiele:

  • Blick hinter die Kulissen: Zeig in einem Video einen Rundgang durch Dein Unternehmen.
  • Firmengeschichte: Beschreibe spannende Meilensteine Deines Unternehmens und zeige historische Fotos.
  • Designpreise: Hat eins Deiner Produkte einen Preis gewonnen? Erzähle davon.
  • Besondere Mitarbeiter: Du beschäftigst einen Kaffeetester? Zeige seinen Arbeitsalltag.
  • Produktionsstätten: Du hast ein Prüflabor für Deine Designermöbel? Wer wollte das nicht immer schon mal in einem Video sehen?
  • Produktionsländer: Berichte aus den Ländern, aus denen Du Deine Fair-Trade-Produkte beziehst.
  • Problemlösungen: Erkläre, wie man Deine Geräte auf Werkseinstellung zurücksetzt.
  • Materialien: Du verkaufst Cashmere-Pullover? Berichte über die Vorzüge des teuren Materials.
  • Pflegehinweise: Kläre Deine Kunden auf, wie man Deine Seidenblusen besonders schonend wäscht.
  • Branchenevents: Mache auf die nächste Modemesse aufmerksam.
  • Neuheiten: Erzähle davon, wenn Du an neuen Produkten arbeitest.
  • Wissenschaftliche Entdeckungen: Berichte davon, dass Schokolade nicht nur glücklich macht, sondern auch den Schlaf fördern können soll.

Fazit: Schreib den Blog für Deine Kunden und nicht für Google

Wer seinen Blog nur dafür einrichtet, um mit keywordverseuchten Inhalten die Kunden auf die Shop-Website zu holen, wird langfristig keinen Erfolg damit haben und kann sich die Mühe auch sparen. Richtiges Shop-Blogging blickt nicht auf Google, sondern in erster Linie auf die (potenziellen) Kunden, die mit dem Blog an den Shop gebunden werden sollen.

Um Deinen Onlineshop-Blog im Sinne des Content Marketings zielführend einzusetzen, solltest Du zunächst die Zielgruppe bestimmen, sinnvolle Kategorien festlegen, zielgruppengerechte Inhalte veröffentlichen und mit Deinen Lesern interagieren. Dabei solltest Du Dein Blog wie ein Kundenmagazin auffassen und die Leser nicht mit werbenden Inhalten verscheuchen, sondern sie mit spannenden Inhalten mit Mehrwert als treue Fans gewinnen.

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